Berliner Abende
Unglaublich! Am Morgen danach (21.02.) im verspielten Millionenblatt Bild Tini Gräfin Rothkirch (48), Chefin vom Dorint Hotel am Gendarmenmarkt: "Ich habe als Kind nie mit Puppen gespielt. Meine Mutter hat immer alles aufgebaut, ich bin dann verschwunden, und sie saß mit den Puppen alleine da." Unglaublich! Weil wir spielten ja grad am Abend zuvor im Schatten des Spielezentrums Axel-Springer-Hochhaus, also gegenüber in der brennBar schon so saugesellige Spiele, wo eine gräfliche Tiniisolation, oder ein Fluchtrebellieren vor der sodbrennenerzwingenden mütterlichen Puppenüppigkeit im Entferntesten nicht aufgekommen wäre. Denn wir spielten mit Holzklötzchen, Murmeln, Rohren zum Durchblasen, Kicker ohne Kicker, eine Sparvariante, miniaturisierten Rosinenbroten, Indoor-Curling hieß das, glaub ich, auch: New Age Kurling, und das vielleicht nervenzersetzendste Spiel des Abends, Via Maxima, spielt man praktisch nur mit Löchern. Die kann sich der Ärmste leisten, Tini.
[von Wilhelm Pauli]
Unglaublich! Am Morgen danach (21.02.) im verspielten Millionenblatt Bild Tini Gräfin Rothkirch (48), Chefin vom Dorint Hotel am Gendarmenmarkt: "Ich habe als Kind nie mit Puppen gespielt. Meine Mutter hat immer alles aufgebaut, ich bin dann verschwunden, und sie saß mit den Puppen alleine da." Unglaublich! Weil wir spielten ja grad am Abend zuvor im Schatten des Spielezentrums Axel-Springer-Hochhaus, also gegenüber in der brennBar schon so saugesellige Spiele, wo eine gräfliche Tiniisolation, oder ein Fluchtrebellieren vor der sodbrennenerzwingenden mütterlichen Puppenüppigkeit im Entferntesten nicht aufgekommen wäre. Denn wir spielten mit Holzklötzchen, Murmeln, Rohren zum Durchblasen, Kicker ohne Kicker, eine Sparvariante, miniaturisierten Rosinenbroten, Indoor-Curling hieß das, glaub ich, auch: New Age Kurling, und das vielleicht nervenzersetzendste Spiel des Abends, Via Maxima, spielt man praktisch nur mit Löchern. Die kann sich der Ärmste leisten, Tini.
[von Wilhelm Pauli]
Man kann es nicht alleine spielen. "Minimale Spieleranzahl: 2" stand groß auf der Verpackung.
"Schade", dachte ich mir innerlich, "dass niemand hier ist, der es mit mir ausprobiert. Ich hätte wirklich Lust, jetzt ein wenig zu spielen. Im Fernsehen kommt eh nur Müll und zum Weggehen hab ich heute keine Lust. Außerdem regnet es. Das beste Wetter um mal wieder ein gutes Spiel zu spielen."
Aber es war niemand da.
Es war ein Sonntag Nachmittag im Dezember, als ich es unter all dem Gerümpel auf dem Dachstuhl hervorkramte. Ich kannte es. "Vielleicht habe ich es als Kind oft gespielt, oder so." Und ich wusste, dass es mir damals gut gefallen haben muss. Nur errinnern, wie es funktioniert, konnte ich mich nicht. Es gab keine Anleitung. Nur einen vermoderten alten Garantieschein, der längst abgelaufen war. Generell sah der Kasten ziemlich alt aus, als hätten schon mindestens 5 Genereationen ihren Spass daran gehabt. "Verdammt ich weiss, dass ich dieses dämliche Spiel kenne!", dachte ich mir immer und immer wieder, aber es wollte mir nicht einfallen, wann ich es zum letzten Mal gesehen hatte.
[von tabasco]
"Schade", dachte ich mir innerlich, "dass niemand hier ist, der es mit mir ausprobiert. Ich hätte wirklich Lust, jetzt ein wenig zu spielen. Im Fernsehen kommt eh nur Müll und zum Weggehen hab ich heute keine Lust. Außerdem regnet es. Das beste Wetter um mal wieder ein gutes Spiel zu spielen."
Aber es war niemand da.
Es war ein Sonntag Nachmittag im Dezember, als ich es unter all dem Gerümpel auf dem Dachstuhl hervorkramte. Ich kannte es. "Vielleicht habe ich es als Kind oft gespielt, oder so." Und ich wusste, dass es mir damals gut gefallen haben muss. Nur errinnern, wie es funktioniert, konnte ich mich nicht. Es gab keine Anleitung. Nur einen vermoderten alten Garantieschein, der längst abgelaufen war. Generell sah der Kasten ziemlich alt aus, als hätten schon mindestens 5 Genereationen ihren Spass daran gehabt. "Verdammt ich weiss, dass ich dieses dämliche Spiel kenne!", dachte ich mir immer und immer wieder, aber es wollte mir nicht einfallen, wann ich es zum letzten Mal gesehen hatte.
[von tabasco]
...oder zum Tier?
"Im Torjubel versucht der Fußballspieler, sich als Mensch darzustellen", meint der Kölner Sportpsychologe Dr. Oliver Kirchhof. Wenn er sein Trikot hochreißt, dann streife er damit auch die Rolle als Spieler ab und könne sich als Mensch zeigen.
Zieht der Spieler sich bis auf die nackte Haut aus, dann führt er - wie es wohl bei Carsten Jancker der Fall sei, der "mit stolzgeschwellter Brust seinen trainierten Körper zeigt" einfach ein archaisches Demonstrieren von Härte aus. Kommt eine Botschaft zum Vorschein, dann will er genau diese Botschaft zeigen. In diese Gruppe fallen auch die Spieler, die "Jesus loves you" per T-Shirt skandieren. [weiter bei 3sat]
"Im Torjubel versucht der Fußballspieler, sich als Mensch darzustellen", meint der Kölner Sportpsychologe Dr. Oliver Kirchhof. Wenn er sein Trikot hochreißt, dann streife er damit auch die Rolle als Spieler ab und könne sich als Mensch zeigen.
Zieht der Spieler sich bis auf die nackte Haut aus, dann führt er - wie es wohl bei Carsten Jancker der Fall sei, der "mit stolzgeschwellter Brust seinen trainierten Körper zeigt" einfach ein archaisches Demonstrieren von Härte aus. Kommt eine Botschaft zum Vorschein, dann will er genau diese Botschaft zeigen. In diese Gruppe fallen auch die Spieler, die "Jesus loves you" per T-Shirt skandieren. [weiter bei 3sat]
Computerspiele und die Gewalt in der Gesellschaft
Der Streit über den Einfluss sogenannter Gewaltspiele auf die Gewalt in der Gesellschaft ist nicht neu. Wie weit dieser Streit zurückreicht, welche höchst aktuell anmutenden Positionen schon vor Jahrhunderten vertreten wurden und welche Folgen das damals hatte, ist nicht nur von historischem Interesse. Die früheren Auseinandersetzungen um die einst neuen Medien sind lehrreich. Klarer wird so, was an den neuen Medien überhaupt neu ist.
[von Helge Meves]
Der Streit über den Einfluss sogenannter Gewaltspiele auf die Gewalt in der Gesellschaft ist nicht neu. Wie weit dieser Streit zurückreicht, welche höchst aktuell anmutenden Positionen schon vor Jahrhunderten vertreten wurden und welche Folgen das damals hatte, ist nicht nur von historischem Interesse. Die früheren Auseinandersetzungen um die einst neuen Medien sind lehrreich. Klarer wird so, was an den neuen Medien überhaupt neu ist.
[von Helge Meves]
Ein Telepolis-Gespräch mit Hans-Dieter Burkhard, dem Teamleiter des Vize-Weltmeisters 98 in der Simulationsliga der Fußballmeisterschaft für Roboter
[Interview von Hans-Arthur Marsiske]
[Interview von Hans-Arthur Marsiske]
Warum (mich) dieses Thema reizt?
Im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit als Sozialpädagoge, als Bildungsreferent und Trainer arbeite ich - auf ganz verschiedenen Ebenen und mit unterschiedlichen Ziel-/Altersgruppen - sehr gerne auch mit spielpädagogischen Ansätzen und Methoden. Als wichtigen Baustein im Spektrum meines "Methodenkoffers" für die Arbeit mit Einzelnen und Gruppen, mit Kindern und Erwachsenen, mit Auszubildenden und Führungskräften möchte ich das Spiel bzw. das spielerische Element nicht missen.
Aus meiner Sicht und aufgrund meiner bisherigen beruflichen Erfahrung würde ich die These formulieren, dass Spielen und Lernen keinesfalls Gegensätze, sondern vielmehr zwei Seiten einer Medaille sind.
[von Dieter Barth]
Im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit als Sozialpädagoge, als Bildungsreferent und Trainer arbeite ich - auf ganz verschiedenen Ebenen und mit unterschiedlichen Ziel-/Altersgruppen - sehr gerne auch mit spielpädagogischen Ansätzen und Methoden. Als wichtigen Baustein im Spektrum meines "Methodenkoffers" für die Arbeit mit Einzelnen und Gruppen, mit Kindern und Erwachsenen, mit Auszubildenden und Führungskräften möchte ich das Spiel bzw. das spielerische Element nicht missen.
Aus meiner Sicht und aufgrund meiner bisherigen beruflichen Erfahrung würde ich die These formulieren, dass Spielen und Lernen keinesfalls Gegensätze, sondern vielmehr zwei Seiten einer Medaille sind.
[von Dieter Barth]
oder: Quo vadis, Homo ludens?
Es ist üblich geworden, pädagogische, psychologische und therapeutische Kongresse als Anlass für die medienwirksame Verkündung von Hiobsbotschaften zu nutzen. Wenn der internationale Verband der Sonderpädagogen tagt, schnellt der von der Kongressleitung verkündete Prozentsatz sonderschulbedürftiger Kinder sprunghaft in die Höhe. Wenn die Ohrenärzte Europas ihre Jahreskonferenz abhalten, werden sie es sich nicht nehmen lassen, die steigende Zahl schwerhöriger Jugendlicher als bedenklich zu bezeichnen. Was aber ist von einer Weltkonferenz über das Kinderspiel zu erwarten? Geradezu Fürchterliches. Jeder kann sich ausmalen, dass entweder der zu hohe Medienkonsum oder die Gefährdung des Kinderspiels (oder beides) Anlass zu äußerster Besorgnis ist. Jedenfalls darf man die Gelegenheit nicht ungenutzt lassen, die Lage als besonders ernst zu bezeichnen. Und für Pädagogen war die Situation des Kinderspiels in der Vergangenheit offenbar immer sehr ernst gewesen, aber nie so gravierend wie in jenem Augenblick, in dem man Gelegenheit erhält, dies festzustellen.
[Vortrag von Hein Retter als .doc]
Es ist üblich geworden, pädagogische, psychologische und therapeutische Kongresse als Anlass für die medienwirksame Verkündung von Hiobsbotschaften zu nutzen. Wenn der internationale Verband der Sonderpädagogen tagt, schnellt der von der Kongressleitung verkündete Prozentsatz sonderschulbedürftiger Kinder sprunghaft in die Höhe. Wenn die Ohrenärzte Europas ihre Jahreskonferenz abhalten, werden sie es sich nicht nehmen lassen, die steigende Zahl schwerhöriger Jugendlicher als bedenklich zu bezeichnen. Was aber ist von einer Weltkonferenz über das Kinderspiel zu erwarten? Geradezu Fürchterliches. Jeder kann sich ausmalen, dass entweder der zu hohe Medienkonsum oder die Gefährdung des Kinderspiels (oder beides) Anlass zu äußerster Besorgnis ist. Jedenfalls darf man die Gelegenheit nicht ungenutzt lassen, die Lage als besonders ernst zu bezeichnen. Und für Pädagogen war die Situation des Kinderspiels in der Vergangenheit offenbar immer sehr ernst gewesen, aber nie so gravierend wie in jenem Augenblick, in dem man Gelegenheit erhält, dies festzustellen.
[Vortrag von Hein Retter als .doc]
ludens - am Donnerstag, 6. März 2003, 09:24 - Rubrik: spieltheorie
Game Over
Die Voraussetzung, daß Kommunikation stattfindet, ist nicht nur in der schönen Tautologie zu fassen, daß nur Kommunikation kommuniziere, sondern bedarf auch und vor allem eines durch Standards homogenisierten Raumes (medien)technischer Kompatiblität. Allen schönen neuen Spielräumen, die die Apologeten einer ludischen Computerkultur ausrufen, gehen folglich erst einmal die Möglichkeitsbedingungen voraus, mit Machinen überhaupt zu spielen zu können. »Two Lives« bringt ja diesen Tatbestand zu schönem Ausdruck, daß es für Computerbenutzer nicht nur Lebenszeit gibt, die sie mit ihrem Körper im Realen verbringen, sondern daß beim und für den Umgang mit universalen symbolischen Maschinen eben permanent ein zweiter, symbolischer Körper generiert werden muß, auf daß dann gleiches mit gleichem kommunizieren kann. Dieser ,organische Konstruktion", wie Ernst Jünger es nennen würde, die sich zeitgenössisch »interface« nennt, bringt nicht nur der Mensch ein Opfer, sondern auch die Maschine. Interface-Designer reichen, so die Ideologie der gesamten Branche, mit jeder Betriebssystemgeneration neue und größere Gaben auf dem Altar der »usability« oder Menschengerechtigkeit. Diese angedrohte Gerechtigkeit braucht angesichts der Unauffindbarkeit »des« Menschen natürlich ein Modell, sie »modelliert« also erst einmal ihren Menschen, damit dieser dann --so das Versprechen-- ganz »er selbst« sein kann. Und ganz er selbst ist er bekanntlich (und wenn man Schiller glauben darf) genau dann, wenn er spielt.
[von Claus Pias]
Die Voraussetzung, daß Kommunikation stattfindet, ist nicht nur in der schönen Tautologie zu fassen, daß nur Kommunikation kommuniziere, sondern bedarf auch und vor allem eines durch Standards homogenisierten Raumes (medien)technischer Kompatiblität. Allen schönen neuen Spielräumen, die die Apologeten einer ludischen Computerkultur ausrufen, gehen folglich erst einmal die Möglichkeitsbedingungen voraus, mit Machinen überhaupt zu spielen zu können. »Two Lives« bringt ja diesen Tatbestand zu schönem Ausdruck, daß es für Computerbenutzer nicht nur Lebenszeit gibt, die sie mit ihrem Körper im Realen verbringen, sondern daß beim und für den Umgang mit universalen symbolischen Maschinen eben permanent ein zweiter, symbolischer Körper generiert werden muß, auf daß dann gleiches mit gleichem kommunizieren kann. Dieser ,organische Konstruktion", wie Ernst Jünger es nennen würde, die sich zeitgenössisch »interface« nennt, bringt nicht nur der Mensch ein Opfer, sondern auch die Maschine. Interface-Designer reichen, so die Ideologie der gesamten Branche, mit jeder Betriebssystemgeneration neue und größere Gaben auf dem Altar der »usability« oder Menschengerechtigkeit. Diese angedrohte Gerechtigkeit braucht angesichts der Unauffindbarkeit »des« Menschen natürlich ein Modell, sie »modelliert« also erst einmal ihren Menschen, damit dieser dann --so das Versprechen-- ganz »er selbst« sein kann. Und ganz er selbst ist er bekanntlich (und wenn man Schiller glauben darf) genau dann, wenn er spielt.
[von Claus Pias]
ludens - am Mittwoch, 5. März 2003, 01:27 - Rubrik: spieltheorie
Was heißt hier Spielkultur? Die Oberhausener Fußballausstellung "Der Ball ist rund"
Einer der verlässlichsten Leitsätze Sepp Herbergers lautet: Die Leute kommen ins Stadion, weil sie nicht wissen, wie das Spiel ausgeht. Daran ändern auch Misserfolge wie jüngst bei der Europameisterschaft nichts. Jeder Spieltag steckt für den Fan voller Erwartungen, jedes Spiel könnte eine überraschende Wende nehmen. Daraus bildet sich, wie zum Beispiel der englische Schriftsteller Nick Hornby in seinen Fan- Bekenntnissen "Fever Pitch" beschrieben hat, eine besondere Erinnerung, in der die Momente von Triumph oder Niederlage konserviert sind. Und mit der Hilfe von Fernseh- und Video-Rückblicken lassen sich die entscheidenden Szenen immer wieder konsumieren. Die weltweit beliebteste und profitabelste Sportart ist weitgehend archiviert. Doch nur in Ausnahmefällen werden Spiele noch vollständig aufgezeichnet und verbreitet. Weil jeder weiß, wie es ausgegangen ist, zählen nur die Höhe- und Wendepunkte.
[von Rainer Rother]
Einer der verlässlichsten Leitsätze Sepp Herbergers lautet: Die Leute kommen ins Stadion, weil sie nicht wissen, wie das Spiel ausgeht. Daran ändern auch Misserfolge wie jüngst bei der Europameisterschaft nichts. Jeder Spieltag steckt für den Fan voller Erwartungen, jedes Spiel könnte eine überraschende Wende nehmen. Daraus bildet sich, wie zum Beispiel der englische Schriftsteller Nick Hornby in seinen Fan- Bekenntnissen "Fever Pitch" beschrieben hat, eine besondere Erinnerung, in der die Momente von Triumph oder Niederlage konserviert sind. Und mit der Hilfe von Fernseh- und Video-Rückblicken lassen sich die entscheidenden Szenen immer wieder konsumieren. Die weltweit beliebteste und profitabelste Sportart ist weitgehend archiviert. Doch nur in Ausnahmefällen werden Spiele noch vollständig aufgezeichnet und verbreitet. Weil jeder weiß, wie es ausgegangen ist, zählen nur die Höhe- und Wendepunkte.
[von Rainer Rother]
In Japan bekriegen sich männliche Pendler in Vorortzügen als Samurai mit ihrem I-Mode-Handy. Spiele-Produzenten planen den multimedialen Angriff auf die weibliche Psyche. Will man das? Falsche Frage: Japaner sind anders.
Eine Fahrt mit der U-Bahn in Tokio ist gefährlich für das mitteleuropäische Selbstbewusstsein. Auf der Yamanote-Linie, die Tokio in einer langen Schleife durchfährt, fühlt man sich mit seinem Handy aus Deutschland wie ein Steinzeitmensch, der mit einem Speer gegen eine präzisionsgesteuerte Laserrakete anstinken will. Taro sitzt neben mir und hat I-Mode. Mein Handy hat No-Mode.
Der 29-jährige Grafikdesigner hat mit seinem Mobiltelefon Zugang zu fast 15000 Handy-Websites. Geld überweisen, Tickets buchen, Fotos sekundenschnell verschicken ist für ihn längst Alltag. Im Vergleich dazu wirkt ein WAP-Handy uralt. Und es gibt noch mehr Gründe, neidisch zu sein: Der Japaner mit dem blondierten Bürstenschnitt ist ein Samurai. Er fährt auf der Yamanote-Linie durch die Betonwüste Tokios. Doch auf seinem Display streift er durch kleine pittoreske Ortschaften aus der japanischen Feudalzeit.
[von Ralf Eibl]
Eine Fahrt mit der U-Bahn in Tokio ist gefährlich für das mitteleuropäische Selbstbewusstsein. Auf der Yamanote-Linie, die Tokio in einer langen Schleife durchfährt, fühlt man sich mit seinem Handy aus Deutschland wie ein Steinzeitmensch, der mit einem Speer gegen eine präzisionsgesteuerte Laserrakete anstinken will. Taro sitzt neben mir und hat I-Mode. Mein Handy hat No-Mode.
Der 29-jährige Grafikdesigner hat mit seinem Mobiltelefon Zugang zu fast 15000 Handy-Websites. Geld überweisen, Tickets buchen, Fotos sekundenschnell verschicken ist für ihn längst Alltag. Im Vergleich dazu wirkt ein WAP-Handy uralt. Und es gibt noch mehr Gründe, neidisch zu sein: Der Japaner mit dem blondierten Bürstenschnitt ist ein Samurai. Er fährt auf der Yamanote-Linie durch die Betonwüste Tokios. Doch auf seinem Display streift er durch kleine pittoreske Ortschaften aus der japanischen Feudalzeit.
[von Ralf Eibl]
Ein Team wie das Land: Warum wir nicht mehr Weltspitze sind
Ach, Fußball! Warum müssen wir uns dafür interessieren? Weil ab Freitag, 13.30 Uhr, wenn in Seoul das Eröffnungsspiel der 17. Weltmeisterschaft angepfiffen wird, Fußball für fünf Wochen den öffentlichen Diskurs bestimmen wird. Weil Millionen Männer und Frauen morgens nicht das Bruttosozialprodukt erhöhen, sondern die Spiele der deutschen Mannschaft ansehen werden. Weil sie alle das Spiel für wichtig halten. Weil dem Taxifahrer in der indischen Provinz zum Fahrgast aus Deutschland nicht nur "Hitler!" einfällt, sondern auch "Oliver Kahn!". Weil nur hier die Afrikaner als Mitspieler beim Weltgeschehen wirklich ernst genommen werden. Weil die Ergebnisse des Turniers das Selbstverständnis ganzer Nationen nachhaltiger beeinflussen als Spendenskandale, Kanzlerkandidaten oder Wirtschaftsdaten. Kurzum: Weil, wie es der Liverpooler Trainer Bill Shankley einmal gesagt hat, "Fußball nicht ein Spiel auf Leben und Tod ist. Es ist viel mehr als das."
[von Christof Siemes]
Ach, Fußball! Warum müssen wir uns dafür interessieren? Weil ab Freitag, 13.30 Uhr, wenn in Seoul das Eröffnungsspiel der 17. Weltmeisterschaft angepfiffen wird, Fußball für fünf Wochen den öffentlichen Diskurs bestimmen wird. Weil Millionen Männer und Frauen morgens nicht das Bruttosozialprodukt erhöhen, sondern die Spiele der deutschen Mannschaft ansehen werden. Weil sie alle das Spiel für wichtig halten. Weil dem Taxifahrer in der indischen Provinz zum Fahrgast aus Deutschland nicht nur "Hitler!" einfällt, sondern auch "Oliver Kahn!". Weil nur hier die Afrikaner als Mitspieler beim Weltgeschehen wirklich ernst genommen werden. Weil die Ergebnisse des Turniers das Selbstverständnis ganzer Nationen nachhaltiger beeinflussen als Spendenskandale, Kanzlerkandidaten oder Wirtschaftsdaten. Kurzum: Weil, wie es der Liverpooler Trainer Bill Shankley einmal gesagt hat, "Fußball nicht ein Spiel auf Leben und Tod ist. Es ist viel mehr als das."
[von Christof Siemes]
Ästhetik der WM (3)
Wie sitzt man in den Stadien? Sehen die Fußballer eigentlich gut aus? Passend frisiert? Was machen Waden, Strümpfe, Hosen? Gilt Knigge bei den Trainern und gibt es noch fußballerisches Liedgut? Der Freitag-Sportplatz kommentiert die Weltmeisterschaft 2002 als ein ästhetisches Phänomen. Denn eines ist klar: Fußball ist Geschmackssache.
In Schönheit sind schon viele gestorben. Immer wieder die Afrikaner, das sowjetische Team in den achtziger Jahren und zuletzt Bayer Leverkusen. Wer unsterblich werden will, muss vollkommen sein - die Gesetze der Kunst gelten auch für den Fußball.
[von Hans Thie]
Wie sitzt man in den Stadien? Sehen die Fußballer eigentlich gut aus? Passend frisiert? Was machen Waden, Strümpfe, Hosen? Gilt Knigge bei den Trainern und gibt es noch fußballerisches Liedgut? Der Freitag-Sportplatz kommentiert die Weltmeisterschaft 2002 als ein ästhetisches Phänomen. Denn eines ist klar: Fußball ist Geschmackssache.
In Schönheit sind schon viele gestorben. Immer wieder die Afrikaner, das sowjetische Team in den achtziger Jahren und zuletzt Bayer Leverkusen. Wer unsterblich werden will, muss vollkommen sein - die Gesetze der Kunst gelten auch für den Fußball.
[von Hans Thie]
Mahjongg oder auch Mah Jongg - beide Schreibweisen sind gebräuchlich, im englischen Sprachraum auch Mahjong - kann nahezu jeden Spielertyp faszinieren, den Strategen genauso wie den Taktiker, den Denker wie den Hasardeur. Wenn wir zu viert an einem Tisch sitzen, der Tee oder Wein in den Gläsern leuchtet und die meist wunderschönen Steine zu einer Mauer zusammengefügt werden, breitet sich eine Atmosphäre aus, die sich kaum am Computerbildschirm wiedergeben läßt. So mögen die Hinweise und Stichpunkte auf dieser Seite als Weg in die faszinierende Welt des alten, chinesischen Spiels verstanden werden, als Anregung, das Spiel selbst zu erforschen, und als Angebot, bei Fragen und Unklarheiten im Regelwerk erneut hier nachzuschlagen und nach Antworten zu suchen. Für Hinweise und Ergänzungen bin ich stets dankbar.
Umfangreiches Regelwerk und mehr zum Thema Mahjongg
[von Ralph Sontag]
Umfangreiches Regelwerk und mehr zum Thema Mahjongg
[von Ralph Sontag]
ludens - am Dienstag, 4. März 2003, 18:45 - Rubrik: spielregeln
Das Leben ist ein Spiel. Dass, Memento mori, irgendwann gestorben sein muss, könnte sich nach einem Besuch der Ausstellung "game_over - Spiele, Tod und Jenseits" im Kasseler Museum für Sepulkralkultur als Motor für den Spieltrieb des Homo ludens, des spielerischen Menschen, deuten lassen. Wer die 13. Karte zieht, gewinnt den Tod. Gestorben wird deshalb aber noch lange nicht. Im Tarot, einst vermutlich ein ganz gewöhnliches italienisches Kartenspiel mit verloren gegangenen Regeln, bedeutet der Sensenmann auch den späteren Kartenlegern und Wahrsagern besser nicht, dass ihre Kunden und Anhänger zukünftig spornstreichs in die Kiste springen müssen. Denn wer lässt sich schon gerne den eigenen Tod vorhersagen und zahlt auch noch dafür?
[von Heide Platen]
[von Heide Platen]
[...] Japanische Daddler haben seit jeher eine Vorliebe für digitale Spiele der ausgefallenen Art. Hier werden Videogames nicht nur konsumiert, sondern gelebt; man fühlt und fiebert mit, entspannt sich. Tanzspiele, Eisenbahn-, Angel- oder Marschtrommel-Simulationen - in Fernost gibt's fast nichts, das es nicht gibt.
Der neueste Schrei bei den Japanern heißt "Tekki".
[von Benedikt Plass]
Der neueste Schrei bei den Japanern heißt "Tekki".
[von Benedikt Plass]
Zum fünften Mal Marcus Pürk von 1860 München. In der gleichen Tüte schon das vierte Portrait von Duisburgs Michael Zeyer, die beiden Glanzbilder nicht einmal eingerechnet. Und zugleich, nach achtzig Tüten, noch immer kein Jens Jeremies, den wir dringend bräuchten, um die Bayern-Seiten zu komplettieren. Kann das noch Zufall sein? Nie und nimmer, sagen langjährige Sammler und erinnern auf leidvolle Erfahrungen, etwa an Roger Milla aus dem »Espana 1982«-Album, für den schließlich sechs Italiener geboten wurden. Inklusive Paolo Rossi, und der war damals immerhin Torschützenkönig.
[von Philipp Köster]
Die komplett vergriffenen 11 Freunde-Ausgaben 1 bis 6 und 9 findet man hier zum Download als PDF-Dateien!
[von Philipp Köster]
Die komplett vergriffenen 11 Freunde-Ausgaben 1 bis 6 und 9 findet man hier zum Download als PDF-Dateien!
ludens - am Dienstag, 4. März 2003, 12:34 - Rubrik: spielgeschichte
ludens - am Montag, 3. März 2003, 20:46 - Rubrik: spielpraxis
Nach der Ästhetisierung des Alltagslebens entdeckt die Erlebnisgesellschaft einen neuen Reiz: Die Verantwortung
Das waren noch Zeiten, als Spiel und Ernst sich ohneweiters unterscheiden ließen!
Damals standen die Denk-Zäune noch regelrecht unter Strom: hier die Arbeit, dort das Spiel. Hier die Rede vom Leben, das ernst, und von der Kunst, die heiter sei. Dort der Spruch vom Menschen, der nur da ganz Mensch sei, wo er spiele. Hüben der heilige Ernst (auch wenn er vielleicht nur verkappter Bierernst war), der Alltag, die Arbeit, der unausweichlich schaffende Homo faber, des Lebens ernstes Führen; drüben der Nicht-Ernst und die Nicht-Arbeit, der Homo ludens in seinem Spielraum, der seelenvergnügte Spieler in seinem Kultur-Revier, seinem Kinderparadies, seinem Spaß-Reservat. Hüben das herbe Müssen, drüben das süße Müßige. Und wer sich an der Abzäunung dazwischen vergriff, der kriegte eins auf die Finger, Schlag auf Schlag.
[von Sigrid Löffler]
Das waren noch Zeiten, als Spiel und Ernst sich ohneweiters unterscheiden ließen!
Damals standen die Denk-Zäune noch regelrecht unter Strom: hier die Arbeit, dort das Spiel. Hier die Rede vom Leben, das ernst, und von der Kunst, die heiter sei. Dort der Spruch vom Menschen, der nur da ganz Mensch sei, wo er spiele. Hüben der heilige Ernst (auch wenn er vielleicht nur verkappter Bierernst war), der Alltag, die Arbeit, der unausweichlich schaffende Homo faber, des Lebens ernstes Führen; drüben der Nicht-Ernst und die Nicht-Arbeit, der Homo ludens in seinem Spielraum, der seelenvergnügte Spieler in seinem Kultur-Revier, seinem Kinderparadies, seinem Spaß-Reservat. Hüben das herbe Müssen, drüben das süße Müßige. Und wer sich an der Abzäunung dazwischen vergriff, der kriegte eins auf die Finger, Schlag auf Schlag.
[von Sigrid Löffler]
"Cirit", auch "Çavgan" genannt, ist ein Spiel, das die Türken seit Jahrhunderten spielen. Die Türken brachten dieses Pferdespiel von Mittelasien nach Anatolien. Das Pferd ist für die Türken heilig und unverzichtbar. Sie kamen auf dem Pferd auf die Welt, wuchsen auf dem Pferd auf, führten ihre Kriege auf dem Pferd und starben auf dem Pferd. Die Stutenmilch war ein gängiges Getränk der Türken.[weiter]
Hätten die französischen Aristokraten nur mit ihren Bauern Cricket gespielt, so der große britische Historiker George Macaulay Trevelyan, dann wären 1789 ihre Schlösser nicht niedergebrannt worden. Im Commonwealth gerieten Testspiele gegen England früh zu dramatischen Inszenierungen ethnopolitischer Spannungsverhältnisse. Hier, und nur hier, begegnete man sich auf gleicher Augenhöhe.
[von Jürgen Kaube]
[von Jürgen Kaube]
Weltkulturerbe? Videogames haben eine extrem geringe Toleranz gegenüber Unterbrechungen ihrer Überlieferungskette
Die Kinder heutzutage, wird oft gejammert, beschäftigten sich viel zu wenig mit den Klassikern. Aber das ist glatt gelogen: Überall hocken und stehen sie doch herum, mit ihren Game Boy Advanceds und ihren spieletauglichen Handys und haben Mario, Pac-Man, Doom auf dem Display. Eine rechte Freude ist's für jeden Game-Nostalgiker, wenn man so sieht, wie begeistert (und aus eigenem Antrieb!) sich die Kleinen um die Traditionspflege kümmern. Das macht wahrhaft Hoffnung, dass die eigene Videospieler-Jugend nicht den Weg alles Siliziums geht und im Nichts versandet. Dass statt dessen die Spiele-Meisterwerke vergangener Tage tatsächlich eine Zukunft haben. Sie wirklich so etwas wie Klassiker-Status erhalten und von Generation zu Generation ehrfurchtsvoll weitergereicht werden.
[Thomas Willmann]
Die Kinder heutzutage, wird oft gejammert, beschäftigten sich viel zu wenig mit den Klassikern. Aber das ist glatt gelogen: Überall hocken und stehen sie doch herum, mit ihren Game Boy Advanceds und ihren spieletauglichen Handys und haben Mario, Pac-Man, Doom auf dem Display. Eine rechte Freude ist's für jeden Game-Nostalgiker, wenn man so sieht, wie begeistert (und aus eigenem Antrieb!) sich die Kleinen um die Traditionspflege kümmern. Das macht wahrhaft Hoffnung, dass die eigene Videospieler-Jugend nicht den Weg alles Siliziums geht und im Nichts versandet. Dass statt dessen die Spiele-Meisterwerke vergangener Tage tatsächlich eine Zukunft haben. Sie wirklich so etwas wie Klassiker-Status erhalten und von Generation zu Generation ehrfurchtsvoll weitergereicht werden.
[Thomas Willmann]
Saudi-Arabiens Regierung verbietet das Spiel
Der Mufti hatte sein Verbot damit begründet, dass bei den Pokemon-Karten und beim Spiel Symbole wie der Davidsstern verwendet werden, "der, wie jeder weiß, mit dem internationalen Zionismus verbunden ist und ein nationales Wahrzeichen von Israel darstellt". Viele der Karten enthielten darüber hinaus auch noch Symbole wie "Kreuze, die für Christen geheiligt sind, und Dreiecke, die für Freimaurer wichtig sind". Zudem würden die Kinder beim Kartentauschen sich so verhalten, als würden sie um Geld spielen.
[Florian Rötzer]
Der Mufti hatte sein Verbot damit begründet, dass bei den Pokemon-Karten und beim Spiel Symbole wie der Davidsstern verwendet werden, "der, wie jeder weiß, mit dem internationalen Zionismus verbunden ist und ein nationales Wahrzeichen von Israel darstellt". Viele der Karten enthielten darüber hinaus auch noch Symbole wie "Kreuze, die für Christen geheiligt sind, und Dreiecke, die für Freimaurer wichtig sind". Zudem würden die Kinder beim Kartentauschen sich so verhalten, als würden sie um Geld spielen.
[Florian Rötzer]
Dass diese Welt des ungehemmten Aggressions-Abbaus opportunistisch genug ist, auch einen möglichen Kriege kommerziell auszuschlachten, kann nicht verwundern. Ein 19-jähriger Amerikaner, der schon ein Spiel über Al Qaida herausgegeben hatte, hat jetzt den irakischen Diktator Saddam Hussein in einem Spiel zum Abschuss freigegeben.
[FAZ-Artikel]
[FAZ-Artikel]
Öl, Schweiss und Muskeln
In Edirne stellen sich Jahr für Jahr Hunderte von Männern zum Zweikampf - bekleidet nur mit Lederhosen und von Kopf bis Fuß eingerieben mit Olivenöl. Aus allen Ecken und Enden des Landes reisen die besten Ringer an die türkisch-bulgarische Grenze. Das rutschige Rangeln, seit Jahrhunderten Nationalsport der Türken, ist Volksfest und rituelles Schauspiel zugleich und endet mit der Kür der Meister in Kirkpinar. Der große Ringertreff am Rande Europas zieht immer mehr Besucher aus der ganzen Welt in seinen Bann.
[Von Murat Cengiz und Julian Sacher]
Auf Englisch und mit etlichen Fotos versehen: [Turkish Wrestling]
In Edirne stellen sich Jahr für Jahr Hunderte von Männern zum Zweikampf - bekleidet nur mit Lederhosen und von Kopf bis Fuß eingerieben mit Olivenöl. Aus allen Ecken und Enden des Landes reisen die besten Ringer an die türkisch-bulgarische Grenze. Das rutschige Rangeln, seit Jahrhunderten Nationalsport der Türken, ist Volksfest und rituelles Schauspiel zugleich und endet mit der Kür der Meister in Kirkpinar. Der große Ringertreff am Rande Europas zieht immer mehr Besucher aus der ganzen Welt in seinen Bann.
[Von Murat Cengiz und Julian Sacher]
Auf Englisch und mit etlichen Fotos versehen: [Turkish Wrestling]
Im taz-Gespräch erzählt Basketball-Bundestrainer Henrik Dettmann, wie er sich seine Mannschaft vorstellt - und warum reife Menschen auch reife Spieler sind.
taz: Herr Dettmann, kennen Sie das kürzeste Gedicht der Welt?
Henrik Dettmann: Nein.
taz: Es ist ein Zweizeiler von Muhammad Ali und geht so:"Me. We."
Wie wichtig ist Ihnen der "Wir"-Gedanke bei Ihrer Arbeit?
[Interview von HENNING HARNISCH]
taz: Herr Dettmann, kennen Sie das kürzeste Gedicht der Welt?
Henrik Dettmann: Nein.
taz: Es ist ein Zweizeiler von Muhammad Ali und geht so:
[Interview von HENNING HARNISCH]
Über die Abhängigkeit von Mensch und Technologie in der elektronischen Freizeit
[...] Ein wenig erinnert dieser Moment an Josef Rusnaks Film "The Thirteenth Floor", in dem Menschen einige Male an ein ähnlich physisches Ende ihrer Welt gelangen und hilflos feststellen, dass sie in einer Simulation gefangen sind. Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen diesem filmischen Nachfühlen einer Spielwelt und ihrem tatsächlichen Erfahren in "Ultima Ascension". Im Film ist der Mensch hilflos, ganz wie man sich für gewöhnlich die Gefangenen sogenannter virtueller Realitäten vorstellt. Doch im Spiel ist es die Technologie, die uns hilflos gegenübersteht. Aus der Grauzone an ihrem Rand gibt es Wege, auf denen man unter die Oberfläche der Spielwelt zurückkehren kann.
[von Konrad Lischka]
[...] Ein wenig erinnert dieser Moment an Josef Rusnaks Film "The Thirteenth Floor", in dem Menschen einige Male an ein ähnlich physisches Ende ihrer Welt gelangen und hilflos feststellen, dass sie in einer Simulation gefangen sind. Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen diesem filmischen Nachfühlen einer Spielwelt und ihrem tatsächlichen Erfahren in "Ultima Ascension". Im Film ist der Mensch hilflos, ganz wie man sich für gewöhnlich die Gefangenen sogenannter virtueller Realitäten vorstellt. Doch im Spiel ist es die Technologie, die uns hilflos gegenübersteht. Aus der Grauzone an ihrem Rand gibt es Wege, auf denen man unter die Oberfläche der Spielwelt zurückkehren kann.
[von Konrad Lischka]
Diese Ausarbeitung möchte auf die Bedeutung des Spiels für die Schule und das Lernen eingehen. Aus diesem Grund werde ich zunächst versuchen zu erläutern, was Spielen ist, um den Gegenstand einzugrenzen. Anschließend werde ich ausführen,
warum der Mensch spielt, um die elementare Bedeutung des Spiels für den Menschen zu verdeutlichen. Darauf folgt eine Beschreibung, warum man in der Schule spielen sollte und was
für Probleme beim Spielen in der Schule auftreten können. Danach werde ich die Frage beantworten, warum man beim Spielen lernt, was für den Einsatz in der Schule natürlich eine wichtige Voraussetzung ist, um darauf Bedingungen an ein Lernspiel und didaktische Kriterien für den Einsatz von Spielen in der Schule, allgemein zu beschreiben, um zu verdeutlichen, das nicht alle Arten von Spielen für die Schule geeignet sind und das man nicht um des Spielen willens, sondern um des Lernen willens, in der Schule spielen sollte.
[Ausarbeitung von Marco Kuhland]
warum der Mensch spielt, um die elementare Bedeutung des Spiels für den Menschen zu verdeutlichen. Darauf folgt eine Beschreibung, warum man in der Schule spielen sollte und was
für Probleme beim Spielen in der Schule auftreten können. Danach werde ich die Frage beantworten, warum man beim Spielen lernt, was für den Einsatz in der Schule natürlich eine wichtige Voraussetzung ist, um darauf Bedingungen an ein Lernspiel und didaktische Kriterien für den Einsatz von Spielen in der Schule, allgemein zu beschreiben, um zu verdeutlichen, das nicht alle Arten von Spielen für die Schule geeignet sind und das man nicht um des Spielen willens, sondern um des Lernen willens, in der Schule spielen sollte.
[Ausarbeitung von Marco Kuhland]
ludens - am Sonntag, 2. März 2003, 14:21 - Rubrik: spieltheorie
Die Computerspielehersteller fühlen sich zu Unrecht an den Pranger gestellt
Ein Mann sitzt gefesselt auf einem Stuhl. Er wird angebrüllt und geschlagen. Im selben Raum duscht eine Frau. Jedes Mal, wenn der ältere Mann zur Frau in die Dusche steigt, schlägt der junge Mann den Gefesselten erbarmungsloser. Der stöhnt auf. Ein Leibwächter füttert einen Affen mit Nüssen. Dann explodiert eine Bombe. Sie erwischt nur den Mann auf dem Stuhl. Er wird losgeschnitten, gleitet fast leblos zu Boden und kriecht noch ein paar Meter weiter, bevor ihm ein bewaffneter Leibwächter ("Der ist hin") in den Kopf schießt.
Sinnlos? Brutal? Menschenverachtend?
Was ist aber, wenn es sich bei dieser Szene um ein von Frank Castorf inszeniertes Theaterstück in der Berliner Volksbühne handelt? Und was wäre, wenn das Werk "Schmutzige Hände" heißt und von Jean Paul Sartre wäre?
[von Thomas Feibel]
Ein Mann sitzt gefesselt auf einem Stuhl. Er wird angebrüllt und geschlagen. Im selben Raum duscht eine Frau. Jedes Mal, wenn der ältere Mann zur Frau in die Dusche steigt, schlägt der junge Mann den Gefesselten erbarmungsloser. Der stöhnt auf. Ein Leibwächter füttert einen Affen mit Nüssen. Dann explodiert eine Bombe. Sie erwischt nur den Mann auf dem Stuhl. Er wird losgeschnitten, gleitet fast leblos zu Boden und kriecht noch ein paar Meter weiter, bevor ihm ein bewaffneter Leibwächter ("Der ist hin") in den Kopf schießt.
Sinnlos? Brutal? Menschenverachtend?
Was ist aber, wenn es sich bei dieser Szene um ein von Frank Castorf inszeniertes Theaterstück in der Berliner Volksbühne handelt? Und was wäre, wenn das Werk "Schmutzige Hände" heißt und von Jean Paul Sartre wäre?
[von Thomas Feibel]
Wer falsch spielt, verschafft sich den entscheidenden Vorteil: Er kann die Spielregeln, wie der Missbrauch einer Verfassung, unterwandern, um am Ende das Spielbrett über den Haufen zu werfen. - Leitartikel
Nichts ist ernster als das Spiel, vom Spiel mit dem Tode bis zum Schachspiel, vom Schauspiel bis zum Kinderspiel, vom Great Game der Weltmächte um Öl und Pipelines zu den Global Players in der Wirtschaft Wer das Spiel nicht ernst nimmt, tut es auf eigene Gefahr.
[von Michael Stürmer]
Nichts ist ernster als das Spiel, vom Spiel mit dem Tode bis zum Schachspiel, vom Schauspiel bis zum Kinderspiel, vom Great Game der Weltmächte um Öl und Pipelines zu den Global Players in der Wirtschaft Wer das Spiel nicht ernst nimmt, tut es auf eigene Gefahr.
[von Michael Stürmer]
Ringen und Ringkämpfe gibt es mehr oder weniger abweichender Form in aller Welt - Ringen, Wrestling, Lutte, Sumo, Kirkpinar oder eben Schwingen, wie es bei den Eidgenossen heißt ... eine der informativsten Seiten ist überraschenderweise die der US-Vereinigung der Swissstylewrestler ... allerdings in Englisch.
Das Kartenspiel gehört also hierher. Martial, Schiller, Nietzsche, Bergson, Huizinga haben die Bedeutung des Spiels im täglichen Leben und für unser psychisches Gleichgewicht hervorgehoben. Die Knöchelchen-, Dame-, Würfelspieler in der Antike und später die Kartenspieler waren davon schon lange überzeugt.
Die französische «belote», die italienische «scopa», der englische «whist», der «Jass», der in der Schweiz problemlos die Sprachgrenzen überschreitet, und nicht zu vergessen die «Patience», Einsamkeit und Langeweile vertreibend, und die Wahrsagerei, anregend oder beruhigend, spielen eine gesellschaftliche Rolle, deren Wichtigkeit unterschätzt wird. Suchen Sie mal in der Schweiz ein Haus, in dem es keine Spielkarten gibt!
[von Nicolas Bouvier]
Die französische «belote», die italienische «scopa», der englische «whist», der «Jass», der in der Schweiz problemlos die Sprachgrenzen überschreitet, und nicht zu vergessen die «Patience», Einsamkeit und Langeweile vertreibend, und die Wahrsagerei, anregend oder beruhigend, spielen eine gesellschaftliche Rolle, deren Wichtigkeit unterschätzt wird. Suchen Sie mal in der Schweiz ein Haus, in dem es keine Spielkarten gibt!
[von Nicolas Bouvier]